Kleine Ausstellung zum „Interreligiösen Dialog“ eröffnet

Mesum/Elte/Hauenhorst „Es gibt mehr als nur eine Religion, auch bei uns“, sagte Pfarrer und Dechant Thomas Hüwe, als er gemeinsam mit Maria und Udo Mogdans am Vortag zu Allerheiligen eine kleine Ausstellung der Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer als Blickfang im Turmraum der Pfarrkirche in Mesum eröffnete. Vielmehr gebe es in Rheine inzwischen eine größere Zahl von Religionen, Glaubensgemeinschaften, religiöser Gruppierungen, Kirchen, Gotteshäuser, Moscheen und Teilgemeinden. Zu besichtigen sind die Bildtafeln den gesamten November über zu den Öffnungszeiten der Kirche.

Allein über 23 Glaubensgemeinschaften stellen die Tafeln vor, zeigen ihre Gebäude und informieren in aller Kürze ihre Einrichtungen, Arbeitsweisen und Standorte. Es sei immer wieder wichtig, „uns neu ins Gespräch zu bringen, die dann von allen getragen werden“, nannte Pfarrer Hüwe ein Ziel der kleinen Ausstellung, die von Maria und Udo Mogdans zusammengestellt wurde. Der Religionsmix sei im Südraum Rheine längst ein Teil des Gemeindealltags geworden, beschreiben dazu beide: „Auch wenn dies nicht von jedermann überall so wahr genommen wird.“ In den Kitas und Schulen sei er längst angekommen. Hier gebe es neben den katholischen und evangelischen Christen bereits viele andere Glaubensbekenntnisse.

Daher sei zwingend notwendig, „dass wir unseren Blick weiten und mit dem Neu- und Fremdartigen bekannt machen“, sprach Pfarrer Hüwe weitere Anliegen der Schaufeln an. Besseres Kennenlernen und Informieren sei eine notwendige Voraussetzung für mehr Akzeptanz und Wertschätzung untereinander. Nur so könnten Missverständnisse, Ängste und Vorbehalte abgebaut werden. Letztendlich gehe es um mehr gegenseitiges Verständnis für ein friedliches Miteinander und Zusammenleben.

All diese Anliegen verfolge das Netzwerk des „Interreligiösen Dialogs“, an dem in Rheine viele Vertretungen von Religionen in Rheine teilnehmen, so Udo Mogdans, der zusammen mit seiner Frau als offizieller Delegierter der Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer seit drei Jahren mitarbeitet: „Die Arbeit hier ist gekennzeichnet von gegenseitigen Besuchen, Kennenlernen und Gesprächen.“ Themen, aktuelle Notwendigkeiten und Probleme habe es dazu bisher genügend gegeben: Besuch im Kolumbarium, interreligiöses Friedensgebet und Sammelaktion „Ein Pfund mehr“ sowie vertiefende Blicke auf unterschiedliche Rituale, religiöse Feiertage, Bräuche und Kulturen.

Der gemeinsame Austausch zu unterschiedlichen Beerdigungskulturen und Riten habe zur Frage geführt, ob es auch auf dem kirchengemeindeeigenen Friedhöfen in Mesum, Elte und Hauenhorst Bestattungen für Angehörige anderer Religionen gebe. „Dafür sind wir hier jederzeit grundsätzlich offen“, sah Pfarrer dazu Bereitschaft. Aber: „Bisher gab es aber noch keine Anfragen dieser Art.“ Bericht und Bild: Franz Greiwe; siehe auch mv-online.de

Pfarrer und Dechant Thomas Hüwe, Maria und Udo Mogdans (v.r.) eröffneten die kleine Ausstellung in der Mesumer Pfarrkirche
Pfarrer und Dechant Thomas Hüwe, Maria und Udo Mogdans (v.r.) eröffneten die kleine Ausstellung in der Mesumer Pfarrkirche
Top